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Sucht

Sucht hat viele Gesichter. Neben den klassischen „stoffgebundenen“ Missbrauchs- und Abhängigkeitsformen (Alkohol, Medikamente, Drogen, Tabak, …) stellen die „nichtstofflichen“ Süchte (Essstörungen, Sexsucht, Spielsucht, Kaufsucht, Internetsucht, andere Impulskontrollstörungen) die Betroffenen vor nicht geringere Probleme.

Für Betroffene ist bei beiden Formen gemeinsam, dass Verhaltensweisen im Alltagshandeln und/oder in Gedanken einen unangemessen großen Raum einnehmen, und dass eine Veränderung trotz verschiedener Ansätze und Bemühungen nicht dauerhaft gelingt.
Sucht spaltet den Willen des Betroffenen: Auf der einen Seite wünscht er sich durchaus ernsthaft Veränderungen, auf der anderen Seite erscheint ihm ein Leben ohne das bisherige (Sucht-)Verhalten meist sehr unattraktiv.

Wie kann man angesichts dessen weiterkommen? Oft ist es notwendig, herauszufinden, was für eine Funktion das Suchtverhalten im eigenen Leben erfüllt, um gesunde Alternativen zu erarbeiten. Dabei ist die Begleitung durch außenstehende Personen (z.B. Berater oder Therapeuten) oder durch ehemalige Betroffene (Selbsthilfegruppen) eine große Hilfe. Ziel ist, dass der Betroffene selbst zu tragfähigen Entscheidungen und Weichenstellungen im Alltag kommt, die auch über eventuelle Rückfälle hinweg erneuert werden und so – mit Gottes Hilfe – Grundlage eines Wachstums- und Veränderungsprozess werden.

Für Angehörige und Freunde ist Sucht eine große Belastung. Sie sind mit einer zunehmend negativen Entwicklung konfrontiert, zwischendurch gibt es Hoffnung, dann wieder neue Katastrophen. Die eigene Stimmung schwankt mit dem Maß des Suchtverhaltens des anderen. Einerseits muss man gesund und stark sein, andererseits fühlt man sich nicht selten hilflos und als Opfer. Manchmal spürt man: Die eigene Hilfsbereitschaft gibt dem anderen erst die Möglichkeit, so zu leben, wie er es tut - und doch sind ganz reale Ängste (und Erfahrungen) da, was passieren würde, wenn man aufhört, so zu helfen.

Wie kommt man angesichts dessen aus der Opferrolle bzw. Helferrolle heraus und wird wieder handlungsfähig? Auch dabei gibt die Beratung durch außenstehende Personen oder durch andere, die ähnliche Prozesse aus eigener Erfahrung kennen (Selbsthilfegruppen für Angehörige), oft entscheidende Impulse und Ermutigung.

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