Mögliche Ziele der Traumatherapie
Die Grundlage jeder und ganz besonders einer Traumatherapie ist eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung. Betroffene sind oft durch Menschen traumatisiert worden. Es fällt ihnen in der Regel schwer, vertrauensvolle Beziehungen einzugehen, destruktive Beziehungsmuster zu erkennen und sich von entsprechenden Personen zu trennen. In der Therapie sollen sie die Fähigkeit zurückgewinnen, sich selbst wahrzunehmen und darauf adäquat zu reagieren, für andere Lebewesen Verantwortung und Fürsorge auszudrücken.
Betroffene haben erfahren, dass sie bezüglich des Traumas ohnmächtig waren. Sie glauben nicht mehr daran, dass sie etwas verändern können. Wichtig ist hier, dass sie ihre eigenen Ressourcen spüren, dass sie Fähigkeiten besitzen und sie in den Situationen auch anwenden können. So können sie überschießende Emotionen, Selbstverletzung und Suizidimpulse beeinflussen bzw. regulieren und verändern. Zusätzlich erfahren sie, dass sie die Erinnerung steuern können, sie sind nicht länger den Bildern der Vergangenheit ausgeliefert. Sie bestimmen, wann sie sich mit ihnen beschäftigen. Das Trauma selbst wird dann durchgearbeitet, wenn der Betroffene es wünscht und stabil genug ist. Der Gründe des Aufarbeitens beschreiben die Psychologen van der Kolk und Nijenhuis:
„Weil das Trauma nur dann wirklich ‚vorbei’ ist, wirklich vom menschlichen Gehirn der Vergangenheit zugeordnet werden kann, wenn Bilder, Gerüche, Geschmack, Gehörtes und Erlebtes vom Organismus noch einmal koordiniert als eindeutig Vergangenes (nach-) erlebt werden.“


